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Vasektomie: Hilfe zur Entscheidungsfindung

Welche Gedanken sollten Sie sich vor einer Vasektomie machen?

Lässt sich ein Mann von einem Urologen vasektomieren, führt dieser Eingriff im Ergebnis zur dauerhaften Unfruchtbarkeit des Mannes. Daher sollte die Absicht sich einer Vasektomie zu unterziehen nur bestehen, wenn der Mann in einer langjährigen Partnerschaft lebt, die gemeinsame Kinderplanung beendet ist und mögliche Veränderungen seiner Lebensverhältnisse (bspw. ein erneuter, späterer Kinderwunsch oder Partnerwechsel) in seinen Gedankengang mit einbezogen hat. Berichten zufolge lassen ungefähr 10 % der Männer, die zuvor eine Vasektomie durchführen ließen, den Eingriff im Laufe ihres Lebens wieder rückgängig machen. Dieser mikrochirurgische Eingriff heißt Vasovasostomie oder auch Refertilisierung des Mannes. Hierbei werden die vorab durchtrennten Samenleiter wieder miteinander verbunden. Eine hundertprozentige Garantie einer erneuten Fruchtbarkeit und somit die Möglichkeit zur Zeugung eines Kind ist nicht gegeben. In Österreich können sich generell erst Männer mit Vollendung des 25. Lebensjahres vasektomieren lassen. In Gesprächen mit dem Arzt oder einer Beratungsstelle wird in so jungen Jahren in der Regel von einer Sterilisation abgeraten. Gemäß Erfahrungen der Ärzte kommt in der Zukunft die Vorstellung ein eigenes Kind zu zeugen noch auf. Die Entscheidung muss aber schlussendlich jeder Mann für sich treffen.

Eine weitere maßgebliche Information ist, dass der Mann noch ein paar Monate nach einer Vasektomie zeugungsfähig sein kann. In dieser Zeit ist unbedingt auf zusätzliche Maßnahmen zur Verhütung zurückzugreifen. Die nachfolgenden Kontrolluntersuchungen des Spermas beim Urologen geben Aufschluss darüber, ob sich noch Spermien im Ejakulat befinden. Erst bei einem negativen Befund kann man auf alternative Mittel zur Schwangerschaftsvorbeugung verzichten.

Inhalte des Aufklärungsgespräches mit dem Urologen

Einer Vasektomie vorausgehend steht immer ein Aufklärungsgespräch mit dem operierenden Facharzt für Urologie auf dem Vorbereitungsplan. In diesem Gespräch werden für den Patienten wichtige Sachen besprochen und dokumentiert, die anschließend zu unterschreiben sind. In diesem Gespräch wird nochmal deutlich darauf hingewiesen, dass die Vasektomie eine endgültige Lösung sein sollte und dass eine Refertilisierung danach wieder möglich ist, es jedoch keine Garantie einer erneuten Fruchtbarkeit gegeben ist. Ist sich der Patient über die Folgen und Konsequenzen einer Sterilisation im Klaren, so wird im Anschluss die Operationstechnik mit den jeweiligen möglichen Risiken und Komplikationen ausführlich besprochen. Hierbei sind bei der Auswahl der Vasektomie-Methode nachfolgende Aspekte zu beachten:

  • die höchste Sicherheit der Unfruchtbarkeit
  • Geringhalten von Nebenwirkungen
  • Verringerung von Komplikationen nach dem Eingriff

Zudem erfolgt eine Aufklärung über die Wichtigkeit und den Verlauf der nach einer Vasektomie in regelmäßigen Abständen nötigen Kontrollen des Spermas (Spermiogramme). Ebenso wird der Punkt einer möglichen, wenn auch sehr selten auftretenden Rekanalisation (Wiedervereinigung der Samenleiter) angesprochen. Diese kann, wenn auch äußerst selten, Jahre nach dem Eingriff und abgesehen von der verwendeten Technik möglich sein.

Kostenaspekt einer Vasektomie

Die Entscheidung eine Vasektomie durchführen zu lassen beruht im Allgemeinen auf eigenen Wunsch. Somit ist es keiner Kassenleistung zugehörig und wird daher von den Krankenkassen nicht getragen. Die Sterilisation des Mannes muss eigenfinanziert werden. Es gibt Aussnahmen der Kostenübernahme, wenn eine medizinische Notwendigkeit für die Sterilisation des Mannes besteht bzw. festgestellt wird.

Der Kostendurchschnitt in Österreich, der eine Vorabuntersuchung mit der professionellen Durchführung und anschließenden fachgerechten Nachsorge beinhaltet, beläuft sich etwa zwischen 400 - 700 Euro. In der Nachbetreuung sind die Kosten für die notwendigen Spermiogrammkontrollen bereits enthalten. Wird eine Vasektomie unter Vollnarkose gewünscht, so sind die Anästhesiekosten noch hinzu zurechnen.

Wiedervereinigung der Samenleiter - Refertilisierung nach Vasektomie

Spricht man von einer Vasovasostomie oder Refertilisierung beim Mann, so ist hiermit das Rückgängigmachen der Vasektomie gemeint. Bei dieser mikrochirurgischen Operation werden die bei einer Vasektomie durchtrennten Samenleiter wieder miteinander verbunden. Die Garantie einer anschließenden Zeugungsfähigkeit kann nach dem Eingriff nicht gegeben werden. Die Preise einer Vasovasostomie sind deutlich höher als bei einer Vasektomie.